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Wie viel Stunden Schlaf braucht man?

Mohnblumen Feld zwei rote Mohnblumen
Ein Mohnfeld kann zum Träumen einladen

Schlaflos? Schlafmangel?

Ob chronisch schlafgestört oder wenn Sie nur kurz vor einer Prüfungsphase Probleme mit einigen schlaflosen Nächten haben: So ziemlich jeder Mensch stellt sich mindestens einmal im Leben diese Frage: Schlafe ich lange genug? Reicht meinem Körper die Menge zur Erholung? Und wie schlimm „ist es“, wenn ich zu wenig schlafe?

 

Eventuell haben Sie sich Ihre Stundenzahl im Durchschnitt bereits errechnet, sie auf einem Zettel notiert und warten nun in diesem Text auf ein „Fleißbienchen“, das Ihnen bescheinigt, genau die richtige Schlafdauer zu haben, um sich keine Sorgen machen müssen.

 

Doch wenn Sie auf eine allgemeingültige Antwort hoffen, muss ich Sie enttäuschen; eine einfache und schnelle Antwort auf diese Frage wird es nicht geben. Wenn Sie aber bereit sich, sich mit Ihrem „Problem“ wahrhaftig auseinander zu setzen, gönnen Sie sich die Zeit, mit dem folgenden Text, oder gar darüber hinaus, tiefer in dieses spannende Thema einzusteigen. 

Schlafen: So individuell wie Sie

Wer sich mit der Materie „Schlaf“ bereits ein wenig auseinander gesetzt hat wird schnell feststellen, dass es sich um komplexe aber natürliche Prozesse handelt, die von uns bewusst nur zu einem geringen Teil beeinflussbar ist. Schon gar nicht unter Druck.

 

Schlaf kommt und geht und wir können und sollten uns bemühen, ihn als ähnlich natürlichen Vorgang wie das Atmen zu behandeln: er wird in erster Linie durch unser unbewusstes Nervensystem und hormonelle Rhythmen bestimmt. Dabei ist es die Aufgabe unseres bewussten Denkens, dieses Kommen und Gehen fließen zu lassen, es möglichst nicht bewusst zu steuern, um den Fluss durch Stressreaktion aus Adrenalin, Cortisol & Co nicht zu behindern. Damit meine ich nicht, dass Sie Ihre Schlafprobleme ignorieren sollen! Vielmehr ist gemeint, dass die intensive Beschäftigung mit einem Schlafmangel und seiner möglichen Folgen der Beginn einer langandauernden Leidensgeschichte werden kann.

 

Eine Störung ist daher dadurch gekennzeichnet, sobald Sie sich durch Symptome eines Schlafmangels in Ihrem Alltag eingeschränkt fühlen: Ein wichtiger Indikator ist etwa ein Gefühl des „Nichterholtseins“, oder schlicht Müdigkeit, die Sie auch am Tag begleitet. Schlaf wird dann zum Kampf um Erholung, bei dem Sie der Verlierer sind. Um den Vergleich nochmal heranzuziehen: Ein paar Mal zu husten ist kein Störfaktor in unserem Alltag; entwickelt er sich jedoch zu einem Asthma ist der Betroffenen stark eingeschränkt und sollte diese Beschwerde abklären lassen – sobald Schlafstörungen Ihr Leben derart stark beeinflussen, sollten Sie der Ursache nachgehen.

 

Wenn Sie sich also die Frage stellen „Wie viele Stunden Schlaf braucht man“, nehme ich an, dass Sie bereits unter Schlafproblemen leiden. Dabei kann es sich lohnen zur Klärung, ob überhaupt eine Störung vorliegt, die recht pauschale Frage zu hinterfragen und spezifischer zu formulieren:

Was meinen Sie mit „man“? Der Mensch? Der Schichtarbeiter? Mann oder Frau? Oder sollte es nicht viel eher heißen: ICH?

Was verstehen Sie unter „brauchen“? Wozu? Wer? Mein Körper? Meine Seele? Mein Gewissen?

Wie Sie sehen, enthält die ursprüngliche Frage viele Variationen dessen, was wirklich für Sie zutreffend ist: Wie wir Menschen ist auch die Anzahl der notwendigem Stunden Schlaf äußerst individuell und richtet sich nach

  • Alter
  • Geschlecht
  •  Chronobiologie (Eule oder Lerche)
  •  Beruf (Schichtarbeit oder nicht)
  •  Generelle Vorerkrankungen
  •  Kurz- oder Langschläfer
  •  Individuelle Lebensumstände

Allein bei dem letzten Punkt „Kurz- oder Langschläfer“ kann die jeweilige Schlafdauer zwischen viereinhalb und elf Stunden pro Nacht variieren. In meiner Praxis nutze ich daher zur Diagnose einer Schlafstörungen neben der körperlichen Anamnese auch Tests zur Bestimmung der Schlafeffizienz.

Denn der Kern jeder Diagnose bei Schlafproblemen ist IHR INDIVIDUELLES Empfinden, ob Sie nach dem Schlaf erholt sind oder nicht – und zwar unabhängig von der Anzahl der Stunden.

Von daher wäre die korrekte Frage: Wie viel Zeit Schlaf benötige ich, um nach dem Aufwachen erholt zu sein? Und fühle ich mich überhaupt nach dem Schlafen erholt? 

Die optimale Schlafdauer

Schlafmediziner veranschlagen heute eine Mindestzeit von viereinhalb bis sechseinhalb Stunden Schlaf pro Nacht um diese Erholung zu erreichen. Für einige Prozesse wie Wundheilung oder Ausschüttung von Wachstumshormonen ist dabei die Zeit des Tiefschlafs am wichtigsten: dieser nimmt etwa fünfzehn bis zwanzig Prozent der Gesamtschlafs ein und hat zu Beginn der Nacht den größten Anteil des Schlafzyklus. Mehr über Schlafphasen und -zyklen finden Sie in diesem Blogbeitrag. 

 

 

Abschließend stellt sich nun die Frage: Wie lange sollte man schlafen? Um Ihr notwendiges Schlaf-Pensum herauszufinden sollten Sie einen Spürsinn für eigenen Bedürfnisse entwickeln. Werden Sie der Anwalt Ihrer Gesundheit und klammern Sie sich nicht an Vorgaben, sondern horchen Sie in sich hinein. Bleiben Sie gelassen. Und sollte dies einmal nicht gelingen, kontaktieren Sie mich gern  über das Kontaktformular zu den Themen Schlaf & Gesundheit.

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Daher sind sie durch bislang fehlende reproduzierbare Kausalzusammenhänge von der Schulmedizin nicht anerkannt.