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Was haben Spargel und "Raffaelo" gemeinsam?

Endlich ist es wieder soweit! In der ganzen Republik wurden wieder kleine Holzhäuschen aufgebaut und das königlichste aller Gemüse streckt sein weißes oder grünes Haupt gen Sonne: Es ist wieder Spargel-Zeit! Ich erinnere mich daran, als Kind nur zwei Gemüsesorten wirklich mit Leidenschaft gegessen zu haben: Das waren Champignons und Spargel. Und wenn man bedenkt, dass  Pilze mittlerweile eher zu Tieren als zu Pflanzen zählen, ist Spargel mein allerliebstes Gemüse auf das ich mich jedes Jahr wieder freue.

 

Ein Blick auf die Seite www. statista.de zeigt jedoch, dass ich da nicht unbedingt in bester Gesellschaft zu sein scheine: von dem „weißen Gold“ werden im Schnitt pro Jahr gerade mal anderthalb Kilo in Deutschland verzehrt. Und das, obwohl Spargel hierzulande als Statussymbol gilt. Denn obwohl die Deutschen im Vergleich zu Franzosen oder anderen europäischen Nachbarn einen viel geringeren Anteil ihres Gehalts für Lebensmittel ausgeben, sind sie für ein Kilogramm Spargel auch schon mal bereit fünf bis sieben Euro zu bezahlen.

 

Doch egal, ob Sie das „Korallenkraut“ wegen des Status oder des Geschmacks lieben, lohnt es nicht nur für Liebhaber sich näher mit dem Verzehr dieses großartigen Gemüses zu beschäftigen:

So ist Spargel von Ende April bis Juni in meiner Praxis DAS Mittel der Wahl bei Beschwerden wie Bluthochdruck und Entzündungen der ableitenden Harnwege und auf fast jedem Ernährungsplan meiner Patienten zu finden.  Dass Spargel als wunderbare diurethische, sprich entwässernde Heilpflanze gilt, ist, wie so oft bei Heilkräutern, nicht durch einen einzelnen Stoff, sondern deren Kombination zu erklären: Bei Spargel handelt es sich um Saponine, Aminosäuren, Flavonoide und Mineralstoffe (allen voran Kaliumsalze), die vor allem im Rhizom, also dem unterirdischen Wurzelstock zu finden sind. Im Übrigen wurde die entwässernde Kraft des Spargels durch die Kommission E in einer Veröffentlichung vom 12. Juli 1991 mit einer positiven Monografie bestätigt.

 

Dennoch sollten einige Menschen den „Schwammwurz“ mit Vorsicht genießen: Denn bei einem übermäßigen Verzehr von Spargel, wird das Blut durch seine ausleitende Wirkung derart verdünnt, dass es insbesondere bei Patienten mit erhöhten Harnsäurewerten  (was sich in Nierensteinen oder Gicht äußern kann) durch vermehrten Harnsäurekristallausfällung zu einem akuten Gichtanfall kommen kann. Außerdem kann die durch den Spargel verursache Diurese bei  bereits bekannten Nierenleiden und -insuffizienzen die Nieren zusätzlich belasten. Auch wer gut schlafen möchte, sollte auf zu späten Spargelgenuss verzichten, um häufiges nächtliche Toilettenbesuche zu vermeiden.

 

Da aber die meisten unter uns meist schon mit etwa einhundert Gramm Spargel zufrieden sein dürften (welches Restaurant gibt schon mehr als sechs Stangen ab!), stellt sich die Frage: Welcher hat die beste Wirkung? Und inwiefern gilt die beschrieben Wirkung auch für den Spargel aus dem Glas? 

 

Isst man Spargel nicht aus reinem Genuss, sondern aus therapeutischen Gründen, wird eine Tagesdosis von 45- 60 Gramm frischer Droge empfohlen. Dies impliziert bereits, dass Spargel aus dem Glas nicht die beste Verwertungsform ist, wenngleich sie zumindest die den „Spargeluringeruch“-verursachende Asparagusinsäure enthält. Am Rande sei hier vermerkt: Nur etwa die Hälfte der Menschheit verfügt über ein Enzym, das diese Säure zersetzen kann – der spargeltypische Uringeruch tritt daher nicht bei jedem auf. Alle weiteren Bestandteile des Spargel sollten im Glas bereits mehr oder weniger aufgelöst worden sein und im Spargelwasser schwimmen. Doch halt: Jetzt heißt es nicht, das Konservenwasser zu trinken, denn hier wird für die Konservierung oftmals mit Zucker gearbeitet. Wie bei vielen Lebensmitteln empfehle ich daher, sich saisonal zu ernähren. Wenn im Anschluss wieder die Zeit von Obst und Kürbis, Kohl und Suppen kommt, bietet unsere Gegend so viel Vielfalt, dass Sie ganz überrascht sein werden, dass schon wieder Spargelzeit ist!

Wer aber auch während des Jahrs nicht auf Spargel verzichten möchte, dem sei empfohlen, die Schälreste und abgeschnittene Stücke aufzubewahren und bei minus 20 Grad Celsius einzufrieren. Im Internet finden sich zahlreiche Rezepte, um auch aus Spargelresten noch eine leckere Suppe zu kochen.

Bevor auch mir selber gleich eine Vorratssuppe koche, sei hier noch das Rätsel gelüftet, was Spargel mit „Raffaelo“ gemeinsam hat:

Nun, letztendlich genau soviel wie „Primaverde“, „Burgundine“ und „Schneewittchen“. All dies sind Spargelsorten, die entweder den grünen oder den weißen Charakter des Gemüses betonen. So ist „Raffaelo“ natürlich sehr weiß und hat durch späten Erntebeginn einen besonders hohen Ertrag zu erwarten. Also, probieren Sie doch einfach mal was Neues aus, ich wünsche guten Appetit!

 

Bleiben Sie gesund, 

Ihre Eva Rudolf

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