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Vitamin D und die (Sonnen)Lust am Leben

Auch wenn man es heute kaum glauben mag, aber am Karfreitag war sie endlich wieder zu sehen: Die Sonne: Auch ich habe die Gunst der Stunde genutzt, um ein wenig Entspannung und Wärme zu tanken. Ach nein, ich meine natürlich: Vitamin D.

Wie schön lebte es sich noch zu Goethes Zeiten, als es noch hieß: „Wo wir uns der Sonne freuen,
sind wir jede Sorge los.“ und man sich einfach an Klärchens Anwesenheit erfreute. Tatsächlich ist das Vitamin D erst in den 1920er Jahren vom Göttinger Professor Adolf Windaus wissenschaftlich beschrieben worden, wofür er 1928 den Nobelpreis erhielt. Bis dahin mussten Kinder, die nicht häufig an die frische Luft kamen, weil sie etwa in der Stube der Eltern mitarbeiten mussten, ein Leben mit „Quadratschädeln“ oder starken Verkrümmungen der Wirbelsäule erdulden. Doch immerhin gab es schon seit 1919 einen nachgewiesenen Zusammenhang zwischen Linderung der oben beschriebenen rachitischen Symptome und der Bestrahlung mit UV-Licht.

Mittlerweile sind das Vitamin D und die Folge eines Mangels dessen auch in unserem Jahrhundert angekommen. Doch sollte man wissen: Vitamin D ist nicht gleich Vitamin D, und genau genommen ist es noch nicht mal ein Vitamin. Vitamin sind lebenswichtige Substanzen, die unser Organismus nicht selber herstellen kann. Praktisch gesehen produziert aber der Körper das unter „Cholecalciferol“ bekannte Vitamin D3 aus 7-Dehydro-Cholesterol, das unter UV-Strahlung, sprich Sonne zum Prävitamin D3 wird, das wiederum in Vitamin D3 gewandelt wird. Durch enzymatische Prozesse in Leber und Niere wird dann das eigentliche Vitamin D-Hormon gebildet, das Calcitriol genannt wird. Und wie es Hormone nun so an sich haben, werden Sie nach getaner Arbeit wieder abgebaut, was dazu führt, dass das eigentliche Calcitriol innerhalb weniger Stunden aus dem Blutspiegel verschwunden ist und wir unserem Körper täglich D3 als Grundlage zur Hormonproduktion zuführen müssen. Entweder wir nutzen dabei das aus Cholesterin hergestellte und damit körpereigene 7-Dehydro-Cholesterol und legen uns kurz in die Sonne oder wir nehmen eben täglich.

Den ganz Neugierigen unter meinen Lesern sei hiermit dieser Artikel von David Rotter wärmstens ans Herz gelegt.

Der durchschnittliche Bedarf liegt bei etwa 10.000-20.000 IE (was etwa 250-500µg entspricht) und er muss täglich durch 5µg auf diesem Level gehalten werden. Bei Säuglingen und Menschen über 60 Jahre ist die doppelte Dosis empfehlenswert, auch schwnagere und Stillende sollten sich entsprechend mit einer überdurchschnittlichen Vitamin D Menge versorgen.

Vitamin D3 wird nicht umsonst auch „Cholecalciferol“ genannt. Ferre kommt aus dem Lateinischen für „Tragen, Bringen“, Calci deutet auf „Calcium“ hin und „Chole“, ist die griechische Entsprechung für „Galle“. Gallensaft wiederum ist unabdingbar mit der Fettverdauung verbunden, möglicherweise dankte der Namensgeber aber auch dem Cholesterin, das, neuesten Studien zufolge, einen nicht unerheblichen Teil zum Aufbau des körpereigenen 7-Dehydro-Cholesterol beizutragen scheint.

Vitamin D3 ist ein fettlösliches Vitamin, bei dessen Aufnahme stets ein wenig Öl mitgegessen werden sollte. Bei Butter, Milch, oder Fischprodukten, die meist von Natur aus fetthaltig sind, ist dies natürlich hinfällig. Doch für Vegetarier, die keine Nahrungsergänzungsmittel zu sich nehmen möchten empfiehl es sich ihren Salat mit einem Schuss kaltgepresstem Olivenöl oder Rapsöl abzurunden. Denn vor allem Pilze wie Champignons enthalten einen weniger wirksamen Verwandten des Vitamins D3, das Vitamin D2 oder auch Ergocalciferol genannt. Auch die ausreichende Aufnahme  von Vitamin K2 und Magnesium unterstützt die Wirkung des vielgelobten Vitamin D3.

Doch wofür das Ganze? Vitamin D ist ein wichtiger Baustein für unseren Blutkalziumspiegel. Kalzium ist nicht nur Elementar für den Aufbau von Knochen und Zähnen, sondern verbessert auch die Blutgerinnung, dämpft die Muskel- und Nervenerregbarkeit (Krämpfe!) und wirkt antientzündlich . Zu wenig Vitamin D kann demnach zu Fehlbildungen von Knochen führen, aber auch zu schwacher Muskulatur, Verstopfungen sowie Müdigkeit, Erschöpfung und Schlafstörungen führen. Die oben beschriebene Rachitis ist nur ein Beispiel für Symptome eines Vitamin D-Mangels. Doch wie immer macht die Dosis das Gift: Zu viel Vitamin D kann zu einem Überschuss an Kalzium führen, der wiederum zu Arterienverkalkung (Arteriosklerose) oder Nierensteine, oder Gelenksverkalkungen führen kann.

Gerade wenn es frostig und dunkel draußen wird ist also die zusätzliche Einnahme von Vitamin D3-Präparaten in Kombi mit Vitamin K2 und Magnesium) empfehlenswert. Doch sobald sich die ersten Frühblüher zeigen sollten wir uns wieder aufraffen und die Nase in die Sonne halten. Die empfohlenen 12 Minuten kann man auch ohne Sonnencreme überstehen, die uns danach mit einer dicken Schicht wieder gut schützen sollte, damit wir den Sommer wieder in vollen Zügen genießen können.

 

Bleiben Sie gesund,

Ihre Eva Rudolf
 
Quellen

  • http://www.vitamind.net/vitamin-d3/stoffwechsel/
  • http://www.navigator-medizin.de/gesunde-ernaehrung/die-wichtigsten-fragen-und-antworten-zu-vitaminen/vitamin-d/grundlagen-und-bedarf-an-vitamin-d/670-welche-formen-von-vitamin-d-gibt-es.html
  • http://dvitamin.de/geschichte.html
  • https://www.vitalstoffmedizin.com/vitamine/vitamin-d.html

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