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5 Tipps für das perfekte Bett

Bettenkaufen ist schnell gemacht? Also ab ins Auto zum nächstbesten Möbelhaus und gleich noch ein paar „Longdrink“-Gläser eingepackt.

So oder so ähnlich läuft der Kauf von Matratze & Co. bei den Meisten von uns: Doch Hand aufs Herz:

Waren wir da nicht etwas zu voreilig, wenn es schon nach der ersten Nacht im Rücken zwickt und nach einem Jahr die Matratze durchgelegen ist?

 

Damit Ihnen das beim nächsten Mal nicht wieder passiert, hier ein paar Tipps.

Tipp #1 Wer billig kauft, kauft zweimal

 

Damit ist zunächst nicht gemeint, dass eine günstige Matratze schlecht sein muss. Den Beweis tritt die vielzitierte „Bodyguard®“-Matratze an, Testsieger der Stiftung Warentest.

Wenn ich jedoch billig schreibe meine ich: Zu einem guten Bett gehört mehr als nur die Matratze.

Bettgestell und Lattenrost tragen hier ebenso ihren Teil bei wie Decke und Kissen. 

Bereits vor dem Matratzenkauf sollten Sie sich von alten Schlafutensilien trennen und das passenden Zubehör gleich mitbestellen. 

Tipp #2 Erst die Matratze, dann das Bett

 

Wenn wir also schon bei passend sind: Wie oben schon bemerkt, sollte nicht nur die Matratze für ein gesundheitlich einwandfreies Bettgefühl gekauft werden. Doch sie ist die unumstrittene Nummer eins der Bett-Bestandteile.

Die Wahl der richtigen Matratze ist also umso wichtig und abhängig von vielen Faktoren.

 

Die Qual der Wahl beginnt schon bei den Matratzentypen:

Federkernmatratzen haben den unumstrittenen Vorteil einer guten Belüftbarkeit in kleinen Räumen Außerdem erfolgt hier meist durch ausgeklügelte Federsysteme eine sehr ausgeglichene Druckverteilung. Nachteile können sich für elektrosensible Menschen ergeben: die Metallfedern leiten meist Strahlen aus Wlan & Co. weiter, was nicht nur hochsensiblen Menschen den Schlaf rauben kann.

 

Eine gute Alternative bieten hier Latexmatratzen - zumindest für Nicht-Latexallergiker.

Sie stützen das Körpergewicht ideal und haben eine hohe Langlebigkeit. Matratzen aus Naturkautschuk punkten überdies mit einer hohen Punktelastizität, was die Druckverteilung zusätzlich optimiert. Auch für Hausstaub- und Milbenallergiker ist die Latexmatratze eine gute Wahl. Trotz dieser positiven Eigenschaften benötigen sie allerdings ein hohes Maß an Reinigung und Wendevorgängen, was sich in Singlehaushalten aufgrund des Gewichts einer solchen Matratze als schwierig gestalten könnte. Bei einem durchschnittlichen Preis im höheren Segment von 600-700€ sind sie außerdem eher was für den mittleren bis großen Geldbeutel.

 

Daher wundert es nicht, dass die am häufigsten verwendeten Matratzen heutzutage die günstigeren Schaummatratzen sind. Man unterscheidet hier in Standard- und Kaltschaum, wobei letzteres etwas elastischer ist. Den Parameter für eine gute Matratze stellt hierbei das „Raumgewicht“ dar, der als Variable für Stützkraft und Haltbarkeit gilt. Idealerweise wählen Sie eine Matratze ab RG=45 oder mehr.

 

Egal, für welche Art Sie sich entscheiden:

Ziel muss sein, dass die Wirbelsäule möglichst anatomisch korrekt, sprich gerade und in einer Linie liegt.  

Für Rückenschläfer bedeutet das eine Doppel-S-Form, wobei Oberschenkel und Oberkörper in einer Ebene lagern. Bei Seitenschläfern sollten  Schultern und Hüften eine Linie bilden.

  

Das erfordert schon einiges an Kompetenz von Seiten des Verkäufers (s. Tipp #3), der Ihnen idealerweise anschließend das passende Bettgestell empfiehlt: Denn die Gesamthöhe aus Matratzendicke und Lattenrost gibt letztendlich erst die erforderliche Tiefe des Bettgestells vor. Mindestens sollte diese zwischen 16 und 18cm Tiefe aufweisen.

Tipp #3 Finden Sie das richtige Bettenfachgeschäft und gönnen Sie sich die erforderliche Zeit

 

Dies ist vermutlich der Tipp, der am meisten Zeit kostet. Machen Sie nicht den Fehler, die nächstbeste, gemütliche Matratze zu erwerben (auch s. Tipp #5)! Die Wahl der richtigen Matratze hängt vor allem von folgenden Faktoren ab: 

  • Körperbau
  • Länge
  • Alter
  • Gewicht
  • Bevorzugte Schlafposition
  • Vorhandene Allergien
  •  Partner- oder Singlebett: jeder braucht seine eigene Matratze

Wie in Tipp #2 bemerkt, erfordert dies eine Kompetenz, die im städtischen Möbelhaus oft leider nicht vorhanden ist. Am besten fragen Sie du direkt zu Beginn, worauf es beim Bettenkauf ankommt. Fragt der Berater weniger als 3 der oben genannten Punkte ab oder bietet Ihnen gar nur den Test auf „Gemütlichkeit“ an, lassen Sie es dort lieber bleiben.

 

Eine umfassende Beratung kann, je nach Sprechgeschwindigkeit des Beraters und Vorwissen Ihrerseits, zwischen 1 und 2 Stunden dauern. Nehmen Sie sich die Zeit dafür! Schließlich werden Sie im Schnitt zehn Jahre auf dieser Matratze liegen! 

Tipp #4: Wahl des richtigen Kissens

 

Ähnlich wie bei den Matratzen gibt es eine schier unendliche Auswahl an passender Kissen. Aber auch hier gilt wieder: Je nach Schlafposition (s. Tipp #2) sollte auch die Halswirbelsäule anatomisch korrekt gebettet sein. Wichtig ist es, den Hohlraum zwischen Schulter-Nacken und Kopf auszufüllen. Je größer dieser Hohlraum ist und je breiter Ihre Schultern, umso dicker sollte das Kissen sein.

Interessanterweise zeigt sich hier eine Analogie zur Matratzenwahl: Je weicher die Matratze (weniger Stützkraft erforderlich, da weniger Gewicht, was oft Frauen betrifft), umso niedriger sollte das Kissen gewählt werden.

Ein interessantes Video zur Kissenwahl finden Sie hier.

 

Die Kissen selber sollten überdies regelmäßig gelüftet, spätestens alle 6 Monate gewaschen werden.

 

Regelmäßiges Wechsel der Bezüge versteht sich von selbst, denn pro Nacht verlieren wir etwa 1 Liter Feuchtigkeit. Ein- bis zweimal im Monat, je nach Witterung und Allergiebereitschaft sollte aber ausreichend sein.

Tipp #5: Der Insider

  

Und: ganz wichtig und daher zum Schluss: Wie beim Schuhkauf, gilt auch hier - Matratzen und Zubehör sollten nie, wirklich nie! Abends gekauft werden. Der Grund dafür ist einfach: Nach einem langen Arbeitstag fühlt sich jede Matratze einfach nur herrlich weich und einladend gemütlich an, eine objektive Beurteilung scheint da unmöglich.

 

Und wo wir schon bei den Schuhen sind: Ähnlich wie den Füßen geht es der Wirbelsäule: Die Zwischenwirbelscheiben, auch Bandscheiben genannt, die zwischen den einzelnen Wirbelkörper jede unserer Bewegungen abfedern, nehmen auch über den Tag verteilt an Elastizität und Spannkraft ab. Daher ist die Körpergröße abends kleiner als früh morgens. Und wer möchte schon in einem zu kleinen Bett liegen?

 

Dann viel Spaß beim Bettenkauf und bleiben Sie gesund,

Ihre Eva Rudolf

# Für das Erwähnen oder Zeigen der hier genannten Produkte oder Tipps werde ich nicht bezahlt oder anderweitig vergütet. #

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Kommentare: 1
  • #1

    Ferdinand Schneider (Montag, 25 Juni 2018 11:04)

    Ich suche ein neues Bett. Mein derzeitiges Bett ist alt und nicht mehr bequem. Gut zu wissen, dass man erst die Matratze aussuchen soll. Eine Federkernmatratze wäre vielleicht etwas für mich, weil die eine gute Belüftbarkeit hat.
    https://www.slama-lebensart.com/de/schramm-betten/


Bitte beachten Sie, dass ich als Heilpraktikerin keinerlei Heilversprechen in irgendeiner Form geben darf.

  Daher verweise ich auf folgenden Pflichthinweis nach HWG (Heilmittelwerbegesetz):

Viele der von mir angebotenen Methoden der Naturheilkunde sind im naturwissenschaftlichen Sinn noch nicht bewiesen.

Daher sind sie durch bislang fehlende reproduzierbare Kausalzusammenhänge von der Schulmedizin nicht anerkannt.